Was Squeeze-Keying bedeutet
Beim Zweihebel-Paddle fordert ein Hebel Dits an, der andere Dahs. Drückt man beide gleichzeitig, gibt ein Iambic-Keyer abwechselnd Dits und Dahs. So lassen sich Zeichen wie C, K, R oder der Punkt mit weniger Fingerbewegungen geben. Entscheidend ist, was der Keyer beim Loslassen der Hebel noch ausgibt.
Karl Fischer, DJ5IL, erklärt das Thema ausführlich in All about Squeeze-Keying. Für den Betrieb zählt: Squeeze-Keying ist eine Gebetechnik, keine Prüfung für „richtiges“ CW. Nehmen Sie den Keyer-Modus, mit dem Sie am saubersten geben.
Iambic A: Loslassen heißt Schluss
Solange beide Hebel gedrückt sind, wechseln sich Dits und Dahs ab. Lassen Sie beide los, beendet Iambic A das gerade laufende Element und stoppt. Danach kommt kein weiteres Element.
Iambic B: ein vorgemerktes Element
Bei Iambic B kann der Keyer das Gegenelement bereits vormerken, während das aktuelle Dit oder Dah noch läuft. Das geschieht bei einem Squeeze, aber auch dann, wenn Sie den anderen Hebel während des laufenden Elements einmal kurz antippen. Erreicht diese Betätigung das Erfassungsfenster, wird das Gegenelement als Nächstes gesendet – selbst wenn Sie den Hebel noch vor dem Ende des laufenden Elements wieder loslassen.
Das Loslassen beider Hebel während eines Squeezes ist also nur ein Fall von Iambic B: Das bereits vorgemerkte Gegenelement erscheint als typischer Nachlauf. Geübte Iambic-B-OPs nutzen ihn gezielt; wer Iambic A gewohnt ist, hört dagegen schnell ein unerwünschtes Dit oder Dah.
Der Kenwood TS-890 bietet A und B und startet mit B. FlexRadio SmartSDR kennt ebenfalls beide Modi. Bei Yaesu heißen die Optionen je nach Funkgerät etwa ELEKEY-A, ELEKEY-B und ELEKEY-Y. Entscheidend ist deshalb immer das Handbuch des konkreten Funkgeräts oder Keyers.
Switchpoint und Pause Memory
Während Iambic B ein Element sendet, prüft der Keyer den anderen Hebel und kann ihn für das nächste Element vormerken. Der Switchpoint markiert den Beginn dieses Erfassungsfensters. Bei einem niedrigen Wert beginnt es früher und erfasst den anderen Hebel auch bei kurzem Antippen. Bei einem hohen Wert beginnt es später; der andere Hebel muss dann näher am Ende des laufenden Elements noch gedrückt sein. Wird der Hebel vor dem Switchpoint wieder losgelassen, bleibt die Betätigung ohne Wirkung. Ist er nach dem Switchpoint noch gedrückt, wird er erfasst.
Pause Memory verlängert das Erfassungsfenster in die kurze Pause nach dem Element. Ist diese Funktion eingeschaltet, wird auch ein Antippen während dieser Pause vorgemerkt und als nächstes Element ausgegeben. Für Dit und Dah gibt es getrennte Switchpoints, weil beide unterschiedlich lang sind. Die Voreinstellungen der Box liegen bei 65 % für ein Dit und 45 % für ein Dah.
Ultimatic: Der letzte Hebel gewinnt
Bei Ultimatic wechseln sich Dits und Dahs nicht ständig ab, solange beide Hebel gedrückt bleiben. Der Keyer wiederholt stattdessen das Element des zuletzt gedrückten Hebels.
Nicht raten – im Paddle Analyzer nachsehen
Die OpenShack Box unterstützt Iambic A, Iambic B und Ultimatic. Der Paddle Analyzer zeigt die tatsächlichen Punkt- und Strichkontakte und direkt darunter die vom Keyer erzeugten Elemente. Auf einer gemeinsamen Zeitleiste erkennen Sie, wann beide Hebel gedrückt waren, wann Sie losgelassen haben und wie Switchpoint und Pause Memory reagiert haben.

Das ist besonders hilfreich, wenn ein zusätzliches Element nur bei höherem Tempo auftaucht. Ändern Sie Modus oder Timing, geben Sie dasselbe Wort noch einmal und vergleichen Sie die Kurven. Die einzelnen Einstellungen stehen im Handbuch; im Analyzer sehen Sie sofort, was sie bewirken.