Ratgeber / Unbeaufsichtigter Host

Strom braucht die Station. Aber nur, wenn Sie funken.

Wir haben mehrere Remote-Stationen mit aufgebaut, bei denen Funkgerät, Interfaces und Host-PC zwischen den Betriebszeiten komplett aus sind. Ein vernetzter Smart Plug weckt den PC; anschließend fährt OpenShack die restliche Station automatisch hoch.

OpenShack URL-Switcher-Einstellungen für Stationsgeräte
STROM / START / QRV

Nur der Weg zum Einschalten bleibt aktiv

In einem Remote-Shack müssen Funkgerät, Endstufe, Interfaces und Windows-Host nicht rund um die Uhr laufen. Bei mehreren von uns mit aufgebauten Stationen braucht diese Technik keinen Strom, solange niemand funkt. Aktiv bleibt nur der unabhängige Weg zum Aufwecken: der vernetzte Smart Plug und die dafür benötigte Netzwerk-Infrastruktur.

Für solche Aufbauten empfehlen wir Smart Plugs von Shelly. Aktuelle Modelle hängen direkt im WLAN und lassen sich per App, Weboberfläche und über Schnittstellen einbinden. Welches Gerät Sie auch verwenden: Es muss unabhängig erreichbar und für die geschaltete Last ausgelegt sein.

Zuerst den Host-PC wecken

Ein Smart Plug versorgt nur den Host-PC. Im BIOS oder UEFI aktivieren Sie die Option, die je nach Rechner Power on after AC loss, Restore on AC Power Loss oder ähnlich heißt. Schalten Sie die Steckdose aus der Ferne ein, liegt wieder Netzspannung an und der PC startet von selbst.

Windows meldet anschließend das eigene Stationskonto an und startet OpenShack. Aktivieren Sie in OpenShack Start automatically with Windows (auto-connect). Damit der Host auch nach Stromausfall oder Neustart allein zurückkommt, richten Sie außerdem die automatische Windows-Anmeldung wie im Handbuch beschrieben ein. Testen Sie den kompletten Kaltstart zunächst vor Ort.

OpenShack-Einstellungen für Windows-Autostart und Startverzögerung
OpenShack kann direkt in die Remote Station starten, automatisch verbinden und auf das Hochfahren der Stationsgeräte warten.
Hinweis zur SicherheitDie automatische Windows-Anmeldung ist auf einem abgeschlossenen, ausschließlich für die Station genutzten PC praktisch. Wer physischen Zugriff auf den Rechner hat, landet allerdings direkt in einer angemeldeten Sitzung. Für frei zugängliche Rechner ist das keine gute Lösung.

Dann fährt OpenShack die Station hoch

Beim automatischen Start ruft der URL Switcher zuerst die eingerichteten On-URLs auf. Damit lassen sich Netzteile, Stations-Interface, Antennensteuerung und andere Geräte einschalten. Eine einstellbare Startverzögerung gibt Netzteilen, USB-Schnittstellen und Funkgeräten Zeit zum Hochfahren, bevor OpenShack die Verbindung aufbaut.

Unterstützen Funkgerät und Hamlib-Backend die entsprechenden Befehle, kann Radio ON via rigctld das Funkgerät selbst einschalten. Geräte, die Sie lieber von Hand steuern, erscheinen mit klar beschrifteten Buttons beim Client. So ist die komplette Station in OpenShack nur wenige Mausklicks entfernt.

OpenShack-Einstellungen Radio ON und Radio OFF via rigctld
Die Stromsteuerung über rigctld ist optional und setzt Unterstützung durch Funkgerät und Hamlib-Backend voraus.

Ein typischer Aufbau mit zwei Smart Plugs

  • Smart Plug 1 — Host-PC: wird über App oder Cloud geschaltet. Sobald Netzspannung anliegt, startet der PC.
  • Smart Plug 2 — Stationsgeräte: wird nach dem PC-Start von OpenShack über den URL Switcher gesteuert.
  • OpenShack: startet mit Windows, ruft die On-Aktionen auf, wartet die eingestellte Startverzögerung ab und verbindet dann automatisch.
  • Funkgerät: startet zusammen mit seinem Netzteil oder über rigctld — je nach Modell.

In der richtigen Reihenfolge abschalten

Das Abschalten ist genauso wichtig wie das Einschalten. OpenShack kann beim Ende der Session die Off-Aktionen des URL Switchers ausführen, ein unterstütztes Funkgerät über rigctld ausschalten und den Host-PC vom Client aus herunterfahren. Zusätzlich kann ein Inaktivitäts-Timer den unbeaufsichtigten Host abschalten, wenn für die eingestellte Zeit kein Client verbunden war.

Einem laufenden Windows-PC darf nicht einfach der Strom weggenommen werden. Lassen Sie OpenShack zuerst Windows sauber herunterfahren. Soll danach auch der Smart Plug des PCs abschalten, braucht es eine von außen gesteuerte oder verzögerte Abschaltung, die erst nach dem Windows-Shutdown greift. Im Handbuch steht dafür ein Beispiel mit verzögerter Shelly-Abschaltung.

Elektrische SicherheitEine leistungsstarke Endstufe oder eine andere Last oberhalb der Nennleistung des Smart Plugs darf nicht direkt damit geschaltet werden. Verwenden Sie ausreichend dimensionierte Schalttechnik oder ein Schütz. Wo Arbeiten an der Netzspannung nötig sind, gehört das in die Hände einer Elektrofachkraft.

Das Ergebnis

Zwischen zwei Sessions sind Funktechnik und Host-PC wirklich aus, statt tagelang im Leerlauf zu laufen. Wenn Sie QRV werden möchten, schalten Sie den PC ein, warten den Start der Station ab und verbinden sich. OpenShack arbeitet die eingerichtete Reihenfolge ab und bringt Ihnen die Bedienelemente auf den Bildschirm.

Ihr Shack — nur dann unter Strom, wenn Sie es brauchen.

Vom ersten Klick auf den Smart Plug bis zur fertigen Remote-Station arbeitet OpenShack die Reihenfolge ab.

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